
Es gibt Momente, da sitzt man im eigenen Wohnzimmer, schaut sich um und denkt:
Das sieht nicht nach mir aus!
Vielleicht kennst du das. Du magst viele Dinge, hast Pinterest-Boards voller Ideen, Lieblingsfarben, Möbelstücke, die dich spontan verzaubern. Aber sobald du alles zusammensetzt, passt es einfach nicht so richtig. Dann ist es Zeit, deinen Einrichtungs-Kompass zu aktivieren und deinen eigenen Einrichtungsstil herauszufinden.
Ich verspreche dir: Deinen Stil zu finden ist kein Hexenwerk. Es ist ein bisschen wie Reisen – du brauchst keine genaue Karte, nur Neugier und die Bereitschaft, dich treiben zu lassen.
Wenn du herausfinden willst, welcher Einrichtungsstil dich ruft, fang nicht bei Pinterest oder bei Möbeln an. Fang bei dir an. Wie willst du leben? Wie möchtest du dich in deinem Zuhause fühlen, wenn du abends nach Hause kommst?
Willst du, dass dich Räume umarmen? Dass du dich geerdet, geborgen, vielleicht sogar beschützt fühlst?
Oder brauchst du Leichtigkeit – klare Flächen, wenig Ablenkung, Raum zum Atmen?
Ich habe gelernt: Stil ist kein ästhetisches Konzept, sondern ein emotionales.
Er zeigt, wie du mit der Welt in Beziehung trittst. Ob du Struktur brauchst oder Freiheit, ob du dich nach Fülle oder nach Leere sehnst.
Mini-Aufgabe:
Schreib dir fünf Wörter auf, die beschreiben, wie du dich in deinem Zuhause fühlen möchtest.
Zum Beispiel: ruhig, lebendig, klar, kreativ, sicher, offen, inspiriert.
Diese Wörter sind dein innerer Kompass – sie führen dich später zu deinem Stil zurück, selbst wenn du dich zwischendurch verlierst.
Dein Einrichtungsstil hat weniger mit Magazinen zu tun, als mit deinem Leben. Er zeigt, wie du fühlst, denkst und lebst.
Stell dir einmal diese Fragen:
1. Bin ich eher jemand, der sich nach Ruhe und Ordnung sehnt – oder brauche ich Lebendigkeit und Farbe?
2. Mag ich klare Strukturen oder lieber natürliche Unregelmäßigkeit?
3. Reagiere ich auf Räume mit Geschichte oder auf moderne, luftige Weite?
Wer viel unterwegs ist, liebt oft Leichtigkeit, natürliche Materialien und Erinnerungsstücke – also Stile wie Boho oder Coastal.
Wer Ruhe und Struktur sucht, fühlt sich eher in Skandinavisch oder Minimalistisch aufgehoben.
Damit du dich besser orientieren kannst, zeige ich dir die häufigsten Stilrichtungen – nicht trocken, sondern so, wie man sie spürt.
Vielleicht findest du dich direkt in einer wieder. Vielleicht auch in mehreren – das ist völlig normal.

Der Boho-Stil ist wie ein Sommerabend: natürlich, sinnlich und frei. Er liebt Leinen, Rattan, Pflanzen, erdige Töne und handgemachte Details. Ideal für alle, die sich nach Wärme, Individualität und einem Hauch Abenteuer sehnen.
Farben: Sand, Terrakotta, Oliv, Creme
Gefühl: „Ich bin angekommen, aber die Welt darf trotzdem weiter tanzen"

Skandi steht für Klarheit und Wohlgefühl. Helle Hölzer, neutrale Farben und natürliche Stoffe schaffen Räume, in denen alles atmen darf.
Farben: Weiß, Hellgrau, Beige, Greige
Gefühl: „Ich brauche Raum zum Denken, Atmen, Sein.“

Der Coastal Style bringt Meeresluft ins Zuhause. Er liebt Weiß, Sand, zarte Blautöne und natürliche Texturen wie Leinen und Seegras.
Farben: Weiß, Sand, Hellblau, Taupe
Gefühl: „Barfuß, Sonne, ein leicht salziger Wind.“

Minimalismus ist nicht kalt, sondern klar. Er schenkt dir mentale Freiheit, indem er das Überflüssige wegnimmt. Weniger Deko, mehr Luft.
Farben: Weiß, Grau, Schwarz, Greige
Gefühl: „Ich will nichts beweisen – nur atmen.“

Der mediterrane Stil bringt die Seele des Südens in dein Zuhause. Kalkwände, Olivenholz, warme Erdtöne und geschwungene Formen.
Farben: Terrakotta, Ocker, Oliv, Creme
Gefühl: „Mittagssonne auf der Haut, ein Glas Wein in der Hand.“

Wenn du klare Linien, Goldakzente und elegante Details liebst, ist Art Déco dein Stil. Er ist stilvoll, feminin und trotzdem kraftvoll.
Farben: Schwarz, Gold, Dunkelgrün, Petrol
Gefühl: „Selbstbewusst, chic, ein Hauch Nostalgie.“

Vintage heißt: Erinnerungen bewahren. Patina, alte Stücke, Flohmarktfunde, die du liebst, weil sie Seele haben.
Farben: Verblasste Pastelltöne, Creme, Holz, Messing
Gefühl: „Alles hat schon gelebt – und genau das ist schön.“

Dieser Stil liebt klare Formen, aber ein warmes Herz. Er kombiniert neutrale Farben, sanfte Symmetrie und hochwertige Materialien.
Farben: Beige, Dunkelbraun, Elfenbein, Schwarz
Gefühl: „Eleganz ohne Aufhebens.“
Die Wahrheit: Kaum jemand liebt nur Boho oder nur Skandi.
Die meisten von uns sind Mischtypen – und genau das macht Räume spannend.
Du kannst den skandinavischen Minimalismus mit mediterranen Akzenten kombinieren oder Boho mit Art Déco verbinden. Solange du dich darin wiederfindest, ist es richtig.
Tipp:
Achte auf wiederkehrende Muster – liebst du natürliche Materialien? Klare Linien? Sanfte Farben? Das ist deine Stil-DNA.
Farben sind wie Emotionen in Form von Licht. Sie sprechen, bevor du es merkst. Sie beruhigen, beleben, öffnen Räume oder umarmen dich still.
Wenn du deinen Stil finden willst, beobachte, welche Farben dich immer wieder anziehen:
Wenn dich Beige, Weiß, Holz und helles Grau beruhigen → Skandi oder Minimalismus.
Wenn dich warme Erdtöne, Terrakotta und Olivgrün erfüllen → Boho oder Mediterran.
Wenn dich dunkle Akzente und glänzende Flächen faszinieren → Modern oder Art Déco.
Wenn du sanftes Blau, Sand und Muschelweiß liebst → Coastal oder Klassisch.
Ein Beispiel aus meinem Alltag:
Ich hatte eine Phase, in der ich dachte, ich müsste weiße Möbel lieben, weil sie elegant und zeitlos wirken. Aber wenn ich dann durch Möbelhäuser lief, wurde ich viel mehr von warmen Holzmöbeln und Beigetönen angesprochen.
Und genau das ist der Moment, auf den du achten solltest.
Ich glaube, jedes Zuhause hat eine Haptik.
Manche fühlen sich glatt und kühl an, andere weich, warm und fast ein bisschen lebendig. Wenn du wissen willst, was wirklich deins ist, dann streich mit den Fingern über Materialien und achte darauf, was dich entspannt:
Wenn dich matte Oberflächen, Baumwolle und Holz beruhigen, bist du wahrscheinlich eher der Typ für natürliche, geerdete Stile – Skandi, Boho oder Coastal.
Wenn du bei Marmor, Glas und Messing ein kleines Kribbeln spürst, schlägt dein Herz vielleicht für Modern, Art Déco oder den Mid-Century-Stil.
Und wenn du dich an sanften Rundungen und Stoffen wie Samt oder Leinen nicht sattsehen kannst, steckt in dir vielleicht ein klassisch-romantischer Zug.
Ich erinnere mich, wie ich bei unserer Hausrenovierung ewig gebraucht habe, um Griffe für die Küchenschränke zu finden.
Messing oder Schwarz? Rund oder kantig? Die Auswahl war riesig. Ich habe mich am Ende für Messing entschieden. Nicht, weil es modern war, sondern weil es mich jedes Mal, wenn ich es berühre, an Sonne erinnert. Das klingt vielleicht banal, aber genau solche Kleinigkeiten machen deinen eigenen Stil aus.
Wir unterschätzen oft, wie sehr Räume auf unsere Energie wirken. Es gibt Räume, in denen du sofort langsamer atmest. Und andere, in denen du dich wach und klar fühlst.
Wenn du dich nach einem langen Tag nach Ruhe sehnst, sind Minimalismus, Klassisch oder Skandi deine sicheren Häfen.
Wenn du dagegen Kreativität suchst, Bewegung, Ausdruck – dann lass dich auf Boho, Art Déco oder Vintage ein.
Mini-Übung:
Stell dir drei Situationen vor:
Ein Sonntagmorgen mit Kaffee.
Ein Abend nach einem stressigen Tag.
Ein Moment, in dem du kreativ oder produktiv sein willst.
Wie soll dein Raum sich in diesen Momenten anfühlen?
Schreib es auf – und du wirst spüren, dass sich ein Muster zeigt.
Ich nenne das den „Dekorationsfaktor“.
Er entscheidet, ob du dich mit vielen Dingen wohlfühlst oder eher mit wenigen, ausgewählten Stücken.
Ich habe eine Freundin, deren Wohnzimmer sehr aufgeräumt und minimalistisch eingerichtet ist. Wenn ich zu Besuch bin, konzentriere ich mich ganz auf sie, denn drumherum gibt es nicht viel zu entdecken. Das finde ich als Gast richtig super. Ich selbst liebe für mein eigenes Zuhause dagegen Räume, die von meinen und unseren Reisen, gemeinsamen Erinnerungen und Lebensgeschichten erzählen. Deshalb hängen bei uns im Wohnzimmer gemeinsame Fotos, auf den Kommoden stehen Erinnerungsstücke aus Kindheit und Hobbywelt und in der Vitrine haben wir meine Blumensträuße von unserer Hochzeit platziert.
Wenn du dich in klaren, luftigen Räumen entspannst, tendierst du zu Skandinavisch, Minimalismus oder Coastal.
Wenn du von Geschichten, Mustern und Vielfalt lebst, sind Boho oder Vintage deine Welt.
Und wenn du Struktur magst, aber nicht steril – dann ist Klassisch oder Mid-Century dein Gleichgewichtspunkt.
Jetzt kommt der spaßige Teil.
Beantworte die folgenden Fragen ganz spontan – notiere dir pro Frage den Buchstaben, der am ehesten passt.
1. Wenn du an dein Traumzimmer denkst, fühlst du dich wohler …
a) in einem hellen Raum mit viel Weiß, Leinen und Holz
b) umgeben von Farben, Texturen und handgemachten Details
c) in einem aufgeräumten, minimalistischen Ambiente
d) mit dunklem Holz, Retro-Vibes und Designklassikern
e) in einem sonnendurchfluteten Raum mit mediterranen Akzenten
f) mit klaren Linien, Gold-Details und Statement-Stücken
2. Was liegt auf deinem Couchtisch?
a) Eine Duftkerze, ein Magazin und ein Strauß Trockenblumen
b) Ein Stapel Bücher, eine bunte Schale und vielleicht ein bisschen Chaos
c) Fast nichts – ich mag freie Flächen
d) Eine Designerlampe und eine Schale aus Holz oder Stein
e) Ein Korb, eine Muschel und ein Glas Zitronenwasser
f) Ein glänzendes Tablett mit goldenen Akzenten
3. Welche Farbe ruft dich am lautesten?
a) Weiß, Beige, helle Hölzer
b) Terrakotta, Rost, Creme, Olivgrün
c) Grau, Schwarz, Sand
d) Nussbraun, Petrol, Dunkelgrün
e) Blau, Creme, helles Holz
f) Schwarz, Gold, Smaragdgrün
4. Dein perfekter Sonntag?
a) Spazieren gehen, gemütlich brunchen, lange Gespräche
b) Basteln, malen, reisen, spontan Freunde einladen
c) Minimalistisch: Kaffee, Buch, Ruhe
d) Antiquitätenmarkt, Espresso, Jazzmusik
e) Frühstück auf der Terrasse, Sonne, Meeresrauschen
f) Galeriebesuch, Designshop, Dinner mit Stil
5. Welches Wort beschreibt dein Zuhause am besten?
a) Ruhig
b) Kreativ
c) Geordnet
d) Elegant
e) Entspannt
f) Ausdrucksstark
Auswertung:
Mehrheit a) → Skandinavisch / Coastal: du liebst Licht, Klarheit und natürliche Materialien.
Mehrheit b) → Boho / Vintage: du wohnst mit Herz, Geschichten und unperfekter Schönheit.
Mehrheit c) → Minimalismus / Modern: du suchst Ruhe, Struktur und visuelle Klarheit.
Mehrheit d) → Mid-Century / Klassisch: du bist geerdet, beständig und hast ein Auge für Qualität.
Mehrheit e) → Mediterran / Coastal: du liebst Sonne, Leichtigkeit und das Gefühl von Urlaub.
Mehrheit f) → Art Déco / Modern: du magst Eleganz, Kontraste und Statement-Pieces.
Tipp:
Du kannst zwei Buchstaben gleich oft haben – dann bist du ein Hybrid-Typ. Und das ist wunderbar, denn die spannendsten Räume entstehen, wenn Stile sich vereinen.
Schritt 10: Jetzt wird’s praktisch - Dein Stil in Aktion
Sobald du weißt, welcher Stil dich ruft, fang klein an. Du musst nicht morgen alles umgestalten.
Starte mit einer Moodboard-Phase:
Erstelle dir bei Pinterest ein Board für deinen Stil – z. B. „Mein neutrales Boho-Zuhause“. Sammle Bilder, die dich emotional ansprechen, nicht nur visuell. Danach geh durch dein Zuhause und schau, welche Stücke bleiben dürfen.
Einrichtungs-Quick-Tipp:
Wenn du mehrere Stile magst, leg eine Priorität fest:
Grundstimmung: z. B. neutral, warm, natürlich.
Materialien: Holz, Stein, Stoff.
Akzente: Boho-Deko, Minimalismus-Lampen, Coastal-Farben.
So entsteht ein Zuhause, das harmonisch vielfältig ist – nicht beliebig.
Dein nächster Schritt:
Lade dir meine 30 Farbpaletten herunter, wenn du tiefer in die Welt neutraler Einrichtung eintauchen möchtest. Die Sammlung hilft dir, Farben zu kombinieren, Materialien zu planen und deinen persönlichen Einrichtungsstil Schritt für Schritt sichtbar zu machen.
Am Ende dieses kleinen Kompasses – nach all den Fragen, Gedanken und vielleicht ein paar Aha-Momenten – bleibt eines ganz klar: Dein Stil ist nichts, was du finden musst wie einen verlorenen Schlüssel.
Er ist längst da. Er zeigt sich in deinen Lieblingsfarben, in Dingen, die du nie weggeben würdest, in Räumen, in denen du aufatmest. Ob du am Ende beim skandinavischen Minimalismus, beim Boho-Wohlfühlchaos oder bei einem Mix aus Alt und Neu landest – entscheidend ist, dass es deins ist.
Ein Zuhause darf sich entwickeln, wachsen, verändern – so wie du selbst.
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